„So können wir nicht weitermachen“, erklärt Thomas Döhler, Kreisvorsizender der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Bis Jahresende muss der Verein entscheiden, ob er weiter Träger des Mehrgenerationenhauses in Mitterteich bleiben will.

Bei der Kreiskonferenz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Erbendorf klagten der Kreisvorsitzende Thomas Döhler und die Geschäftsführerin des Kreisverbands Angelika Würner über die aktuelle wirtschaftliche Situation des Mehrgenerationenhauses in Mitterteich.
„Seit 2015 ist die AWO dort Träger, vorher war es die Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi)“, erklärte Thomas Döhler. Auf der Kreiskonferenz sagte er, dass es sich gezeigt habe, „dass eine solche Einrichtung mit qualifiziertem Personal nicht wirtschaftlich betrieben werden kann“. Aktuell arbeiten im Mehrgenerationenhaus drei Beschäftigte. „Sie leiten das Haus, organisieren Veranstaltungen und koordinieren Termine. Aber ihre Bezahlung verursacht gerade ein Defizit. So können wir die Einrichtung nicht weiterführen“, meint Döhler auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Wie hoch dieses Defizit ist, gibt er nicht bekannt.
„Derzeit erhalten wir eine Förderung von 40 000 Euro. 30 000 Euro erhalten wir vom Bund weitere 10 000 Euro bekommen wir von der Stadt Mitterteich. Diese Summe ist deutschlandweit überall gleich.“ Das aktuelle Bundesförderprogramm laufe noch bis 2020, darüber hinaus sei bereits ein weiteres Programm vom Bund angekündigt.
„Die Situation ist momentan so: Es gibt ähnliche Probleme wie in der Gastronomie. Wir können die reinen Ausgaben wie Lebensmittel und Betriebskosten decken. Das Personal können wir aber nicht durch Ehrenamtliche ersetzen.“ Diese seien anfangs viel im Einsatz gewesen. „Jedoch gibt es heute weniger Ehrenamtliche, die mithelfen können.“
Angelika Würner brachte auf der Kreiskonferenz den Vorschlag vor, dass weitere Landkreiskommunen bei der Finanzierung mit einsteigen könnten. „Wir hoffen, dass uns Roland Grillmeier als stellvertretender Landrat weiterhelfen kann. Aber das müssen wir erst in Gesprächen mit ihm ausloten und auch seine Vorstellungen miteinbeziehen.“
Doch wird der Treffpunkt von Personen über Mitterteich hinaus genutzt? „Der Schwerpunkt liegt schon auf den Mitterteichern und den Vereinen der Stadt aktuell. Das Haus können aber auch Vereine und Personen aus anderen Kommunen nutzen. Es gibt viele Orte ohne Gastronomie, dafür versuchen wir ein Ersatz zu sein.“
Bis zum Jahresende möchte die AWO als Träger eine Entscheidung treffen: „Es geht darum, ob wir das Haus weiter betreiben“, betont Döhler. Er ist seit 2016 Kreisvorsitzender. Auf den nächsten Sitzungen mit dem Kreisvorstand möchte er das mit den anderen Beteiligten besprechen. „Einen Termin dafür haben wir noch nicht angesetzt.“ Die Entscheidung hinge unter anderem auch davon ab, ob weitere Projekte und Förderprogramme Kofinanzierungen ermöglichen. „Dafür brauchen wir aber eine rechtzeitige Zusage, denn wir haben auch eine Kündigungsfrist, die wir einhalten müssen.“
Da das Gebäude der Stadt Mitterteich gehört, müsse darüberhinaus mit den Verantwortlichen Gespräche geführt werden. „Der Bürgermeister ist momentan noch im Urlaub. Aber wenn er wieder da ist, möchte er selbst mit dem Kreisvorstand Gespräche führen“, erklärt Stefan Grillmeier, Zweiter Bürgermeister von Mitterteich.

 

Defizit nicht zu decken

Personalkosten verursachen beim Mehrgenerationenhaus in Mitterteich ein Defizit. Die AWO wird bis zum Jahresende darüber entscheiden, ob der Kreisverband weiterhin als Träger des Treffpunktes für Jung und Alt fungiert.

 

Bild und Text: Aus onetz.de